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E-Auto fahren ist cool...

E-Auto fahren ist cool...

Wir haben eine vollelektrische Firmenflotte, was bei einem Stromanbieter eigentlich normal ist. Was scheinbar nicht normal ist, dass die Autos an öffentlichen Ladesäulen geladen werden. Damit beginnt der Inhalt dieses Beitrages und endet mit einer kleinen Rechtfertigung, warum wir bis heute noch nicht wirklich ein Autostromprodukt im großen Stil am Start haben.

Aktualisiert 30.4.2020

Zu diesem Beitrag hat mich eine Blogparade auf elektro-auto-mieten.de inspiriert.

Im Gegensatz zum Tanken eines Verbrenners ist das Laden eines E-Autos eine Nebenbeiaktivität. Das Auto wird geladen, wenn keiner damit fährt. Ergo müsste die Möglichkeit in Laufentfernung vorhanden sein, zu dem Ort, an dem man länger steht. Im städtischen Parkraum findet sich dank der vielen verschiedenen Apps meist ganz gut eine Ladesäule. An dieser Stelle hört allerdings der Komfort aus Sicht des Fahrers leider auf.

  • Abrechnungssystem funktioniert nicht (Hotline meint “Ladestation ist offline”)
  • Ladekarte funktioniert nicht (falscher Roaming Anbieter)
  • Preis für die Ladung ist nicht ersichtlich
  • Karte würde funktionieren - diese Säule braucht aber Freitschaltung per App
  • Es funktioniert alles so weit, aber ein Dauerparker steht mit großem “Gefördert durch … XYZ” Aufkleber immer hier. Das gibt es in der Abwandlung: E-Mobil vom CarSharer, Verbrenner von Sicherheitsdiensten oder Lieferdiensten

Was kaum einer versteht, dass trotz dieser Unwegsamkeiten wir die E-Mobilität nicht missen möchten. Mit etwas Erfahrung lernt man, wie man sich kurz aufregt und dann sich selbst die Frage stellt wie man es besser machen würde?

Zunächst kann man mit dem heimischen Laden den Kampf im Parkraum umgehen. Es klingt zu schön, wenn man dem Versprechen glaubt, dass man die Sonne vom Dach “tankt”. Das funktioniert bei DC-Ladung ganz gut. Bei einer 3-phasigen Ladung einer Renault ZOE sollte man irgendwann auf die Blindleistung schauen. Kommen vom Dach 10 KWh, dann stehen einem als Fahrleistung später nur 7 KWh zur Verfügung. Beim Laden mit Netzstrom kann eine die Blindleistung egal sein, beim Laden vom eigenen Dach, wird es schnell unwirtschaftlich. Jedes Auto tickt hier übrigens anders und auch jede hier geladene ZOE hatte andere Werte.

Schließt bei uns ein Kunde einen Autostromtarif ab, dann sind verpflichtet das Messkonzept zu hinterfragen. Wir wissen, dass dies den Kunden zu einer deutlich höheren Mitarbeit beim Vertragsabschluss veranlasst und eventuell sogar neue Zähler/Einrichtungen angeschlossen werden müssen. Nicht selten passiert es dann, dass am Ende das eigentlich gewünschte Energie Management nicht mehr funktioniert - oder der Kunde schlicht das Interesse verliert.

E-Autos sind die Zukunft! Wir glauben fest daran, setzen uns dafür ein und helfen Interessenten wo immer es geht. Die Technik ist ausgereift und die Ladeinfrastruktur unterwegs vorhanden - und zu Hause/auf Arbeit erschwinglich.

Aber: Sobald es um Geld für Strom geht. Die Abrechnung ins Spiel kommt, ist es aus Sicht des Anwenders in Deutschland noch viel zu kompliziert. Verschenke ich an einer Ladesäule regionalen Ökostrom, so zahle ich 4,5 Cent je Kilo-Watt-Stunde und der Fahrer ist glücklich. Muss ich aber abrechnen, dann zahle ich als Anbieter bis zum Netzanschluß bereits 19 Cent und habe dann vielleicht noch Roamingkosten aufzuschlagen. Zeitgleich geht mit der Abrechnung jegliche Intelligenz beim Laden flöten.