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Forschungsprojekt Delfine – Start für intelligente Grünstromnutzung der deutschen Industrie

Forschungsprojekt Delfine – Start für intelligente Grünstromnutzung der deutschen Industrie

Im August hatten die Teilnehmer des Verbundforschungsprojektes Delfine ihre Zusagen für Fördergelder erhalten, in Rahmen dessen der STROMDAO GmbH 138.000 Euro zugesprochen wurden. Am 17.09.2020 war Kick-off-Meeting für das Forschungsprojekt. In den kommenden drei Jahren werden die Teilnehmer im Verbund ein dynamisches Demand-Response-System zur intelligenten, flexiblen und leistungsfähigen Stromversorgung mit volatilen erneuerbaren Energien für industrielle Verbraucher entwickeln.

Aktualisiert 5.10.2020

Paradigmenwechsel

In der klassischen, fossilen Energiewelt forderten Versorger eine gleichmäßige Abnahme von Leistung. Kohle- und Atomkraftwerke lassen sich in der Leistungsabgabe praktisch nicht steuern und arbeiten nur in einem engen Grenzbereich wirtschaftlich. Mit erneuerbaren Energien wie Windkraft- und Solarstromanlagen wird Erzeugung in Zukunft volatil sein. Weht viel Wind und scheint die Sonne gibt es viel Energie und umgekehrt. Der Verbrauch in der Industrie wird sich an die Versorgung anpassen müssen.

Im Delfine Forschungsprojekt werden volatile Versorgungsprozesse untersucht und Lösungen für die Anpassung beim Verbrauch in der Industrie erarbeitet. Die Lösungsansätze können sowohl technischer als auch organisatorischer Art sein und werden unter dem englischen Begriff Demand-Response-Programme beschrieben.

Dynamische Erzeugung – Dynamische Strompreise

Entsprechend der wechselnden Verfügbarkeit von Strom werden sich auch die Strompreise in einer Welt mit erneuerbaren Energien an Angebot und Nachfrage orientieren, also dynamisch sein. Für Planung von Arbeits- und Produktionsprozessen ist in der erneuerbaren Energiewelt eine möglichst präzise Vorhersage zur Stromproduktion wichtig. Energieintensive Prozesse dürften in Zukunft zu Zeiten hoher Stromproduktion durchgeführt werden, weniger weil dann große Mengen an Energie zur Verfügung stehen, sondern vielmehr, weil die Strompreise dann sehr günstig sein werden.

Delfine Projektpartner

Delfine Projektpartner für die kommenden drei Jahre sind die Unternehmen Kautenburger GmbH, Experte für Sondermaschinenbau und MaTec Gummiwerk GmbH, Spezialist und Hersteller für technische Gummiformteile als Industriepartner. Projektkoordinator sind die Stadtwerke Trier. Die STROMDAO GmbH bringt KnowHow als Big-Data und IT-getriebener Grünstromanbieter mit praxiserprobtem Grünstromindex mit postleitzahlgenauen Vorhersagen von regionalen Grünstromangeboten sowie dynamischen Stromtarifen ein.

Getestet werden sowohl technisch-systemische Ansätze, als auch organisatorische. So wird zum Beispiel geprüft, welchen Einfluss flexible Schichtpläne auf eine 100-Prozent Versorgung mit volatilen Energien in Industrieunternehmen haben, aber auch die Eigenversorgung mit Photovoltaik, als auch der Einsatz von Stromspeichern werden geprüft.

Thorsten Zoerner, CEO der STROMDAO GmbH erklärt: „Wir wissen heute sehr genau, wie die Erzeugung von Grünstrom und die Stromnetze funktionieren. Was wir noch nicht genau wissen, wie und in welcher Form die Informationen vom Energiemarkt zu den Disponent*Innen in den Unternehmen gelangen müssen. Die Herausforderung wird sein Produktion und Abnahme in Einklang zu bringen. Unsere Aufgabe ist es bei der Entwicklung von Demand-Response-Programmen die Seite des Bedarfs, also des Demand, zu entwickeln und zu optimieren.”

Das Forschungsprojekt Delfine wird gefördert durch einen Beschluss des deutschen Bundestages.